"Wegen technischer Probleme gesperrt"

Es war eine dunkle und stürmische Nacht....ohne "stürmisch" vielleicht. Wir schlichen auf leisen Sohlen zur verschlossenen Bibliothek, von der man uns gesagt hatte, dass niemand sie mehr betreten dürfe wegen Baufälligkeit oder aus sonstigen unglaubwürdigen Gründen. Und wie wir so mit dem ergaunerten Schlüssel die Tür öffneten, sprach uns ein Gebüsch an. Das passiert mir sonst nur nach Oma Dürreichens selbstgebranntem Schnaps. Nun, es stellte sich heraus, dass nicht das Gebüsch gesprochen hatte, sondern ein vorwitziges junges Mädel, die zwar nicht weiter erklären konnte, was sie da im Gebüsch tat..aber jetzt war sie da und wollte sich ein Buch ausleihen für ihr Bauingenieurstudium in Plowoni- und wer möchte schon der Wissbegierde der Jugend im Wege stehen? Also nahmen wir sie mit hinein und kaum trat ich durch die schwere Eingangstür, so fiel ich schon 8 Fuß tief und landete weich auf etwas Quietschendem. Was sich als Halbling heraus stellte. DAS passiert mir allerdings öfter, dass ich auf jemandem lande, ohne mich recht zu erinnern, wie es dazu gekommen war. Nun, da ich so zart und grazil gebaut bin, lebte der Halbling noch und wir zogen ihn hoch und mich gleich dazu. Offenbar stellte das Loch eine primitive Falle dar, die ungebetene Besucher abhalten sollte. Pah! Sowas wirkt bei unserer Truppe halt nicht!

Nach dieser Schrecksekunde beschlossen wir, zu viert weiter zu ziehen (außer mir war nur Gustan dabei, die anderen waren irgendwo auf dem Weg Opfer des Alkohols oder der Architekturbegeisterung geworden und Dagol war in der Krankenstation, wo er an Blökis Bett saß, ihm Tee und Tinkturen einflösste, da Blöki sich beim Tjosten am Hinterbein verletzt hatte, als sein Sparringspartner - ein Ferkel namens Babe- ihn nicht nur umgerannt sondern auch in einen zerbrochenen Weidezaun geschubst hatte. Blöki hatte seither keine Lust mehr aufs Tjosten).

Erwartungsgemäß war die Bibliothek voller Bücher. So weit, so gut. Eine Gedenkminute am Regal für Baupläne und Geschichte der Architektur für den Herrn Ritter. Der Raum hatte sechs Seiten und es fanden sich drei Türen außer der Eingangstür. Eine führte in ein Scriptorium, die anderen beiden zu je einer Treppe nach oben und einer Treppe nach unten. Wir fingen mit unten an.  Dort waren auf dem Fußboden Zeichen, Zahlen und komisches Zeug. Die Steine bewegten sich, wenn man drauf trat, aber nichts weiter geschah.

Also wieder rauf. Erster Stock: Bücher. Zweiter Stock: Schriftrollen. Wir schauten sie uns an und es waren alles Baupläne, Verträge und solches Zeug. Die Studentin lieh sich einige Rollen mit Bauplänen der Festungsmauer in Plowoni aus. In der Mitte stand ein Schreibtisch, ebenfalls voller Verträge. Ein Notizblock lag auch herum, auf dem Abdrücke von Zahlen zu sehen waren, die wir mit Graphit sichtbar machten. Und siehe da, die Zahlen passten zu den Zahlen auf dem Kellerfußboden und als wir sie der Reihenfolge nach drückten, öffnete sich dort eine Tür.

 Also weiter runter. Im nächsten Keller waren rote, schwarze und graue Bodenplatten. Das sah böse aus. Vong Design her und auch sonst. Wir sprangen auf eine Platte und sie bewegte sich ein wenig. Und damit war klar, dass man etwas falsch machen konnte. Tja- frisch voran sprangen wir von grau zu grau, verfehlten auch mal eine der Platten und es öffnete sich eine Tür und ein Golem ganz aus Papier trat ein. Gustan bekämpfte ihn tapfer, während unsere neue Freundin Papierbällchen anzündete und auf den Golem warf. Er fing an zu kokeln und verbrannte zu einem Häuflein Asche.
Wir sprangen weiter und verfehlten erneut und es betrat ein weiterer Golem den Raum, gefertigt aus Tausenden von Lederbändern. Futter für mein magisches Schwert! Wir metzelten das Ungeheuer nieder.

Als die Ungetüme kaputt waren, betraten wir einen Raum mit einer anmutigen Statue der Frix, die eine Inschrift trug: "Kniet nicht vor mir, weil jetzt gleich ein fieses Gas aus den Wänden tritt und nur wer steht, kann es überleben"....oder so ähnlich. Als ob wir vor Göttern knien würden. Und Dagol war ja nicht dabei.

Eine weitere Tür öffnete sich und wir betraten einen Raum mit der Statue von Raliq, der durch kräftiges An-seinen-Arm-hängen besiegt werden konnte.

Im nächsten Raum befanden sich flatternde festgekettete Bücher, aus denen hin und wieder etwas Dunkelheit entwich. "Fass nichts an, was festgekettet ist (und nicht dafür bezahlt hat, angefasst zu werden)"- das hatte schon meine Mutter immer zu mir gesagt und wir hielten uns an diese Regel.

Im letzten Raum dieser unterirdischen Gewölbe saß ein ausgemergelter Andreas Andermatt an einem Tisch, auf dem ein aufgeschlagenes Buch lag und lachte sich mit kratziger Stimme halbtot. Wörtlich gemeint. Um Mann, Tisch und Buch flackerte ein Kraftfeld, welches wir nicht durchdringen konnten, um den armen Mann zu retten.
Aber siehe da, der von meinem Sturz leicht angequetschte junge Halbling beherrschte Techniken der Telekinese (das ist ein Fremdwort und bedeutet: Ohne Hände Dinge durch die Luft bewegen) und es gelang ihm, das Buch zuzuschlagen.

Der Bann brach und der halbtote Andermatt hörte auf, alles lustig zu finden und fiel in Ohnmacht. Wir verwischten unsere Spuren und schleppten ihn in sein Zimmer. Vielleicht kann er uns nach ein wenig Schlaf und einer anständigen Mahlzeit sagen, was zur Hölle er da unten getrieben hat!

Dunkle Klostergeheimnisse

Im Kloster befragten wir so manchen der Brüder: Wo es in der Gegend das beste Bier gäbe (Prindol), ob man daran interessiert sei, eine Kampfdarbietung von Blöki zu bewundern, welches inzwischen das Tjosten erlerne (Dagol), ob man Salpeter auf Lager habe (Josefine).
Und nach Andreas Andermatt fragten wir, unserem verloren gegangenen Reisegefährten, der uns den Weg zu den Zwergen geebnet hatte. Und siehe da- er war hier gewesen, hatte ein Zimmer und all seine Sachen lagen noch dort und sein Pony stand im Stall. Doch er war fort- spurlos verschwunden und keiner hatte ihn gesehen seit dem Abend des vorigen Tages.
Wir erfuhren auch, dass der Abt noch nicht so lange Abt des Klosters sei und aus Plowoni komme und dass er die große Bibliothek des Klosters nach einem Erdbeben gesperrt habe und niemand sie mehr betreten dürfe.
Ha! "Wollen doch mal sehen, wer hier was darf!", dachten wir uns und brachten den Cellerar dazu, uns einen Schlüssel für den Weinkeller zukommen zu lassen. Heimlich in der Nacht, kurz nach der Matutin, schlichen wir uns über den für uns verbotenen Hof in den Keller und fanden dort, gut verschlossen, die Fässer mit dem wirklich guten Wein, auf den der Cellerar, der Novizenmeister und der Bruder der Schriften so scharf waren. Schwupps waren zwei Flaschen abgefüllt und es war uns eine Freude, die kleinen Fässchen mit dem billigen Wein der Mönche wieder aufzufüllen.
Im Tausch gegen das edle Tröpfchen wurde uns der Schlüssel zur Bibliothek überlassen und wir machten uns auf den nächtlichen Weg, dem alten Turm seine Geheimnisse zu entreißen.

Auf der Pirsch mit dem Kampfschaf

Nachdem wir nunmehr Ehrenzwerge waren (sozusagen), durften wir das Gebirge durch die unterirdischen Stollen durchschreiten und erblickten nach Stunden der Wanderung endlich wieder Tageslicht. Allüberall fanden sich zerstörte oder abgeerntete Felder, auf denen offenbar bereits seit 1-2 Jahren keine neue Aussaat stattgefunden hatte. Dörfer und Gehöfte mieden wir auf unserem Weg Richtung Plowoni....die meisten wirkten ohnehin verwahrlost und verlassen. Welcher Krieg auch immer hier stattfand- wie jeder Krieg schien er weder zum Vorteil des Landes noch seiner Bevölkerung zu sein.

Man glaubt nicht, wie schnell selbst Zwergenbrot aufgegessen ist, wenn man keine Alternativen hat. Also beschlossen die "Männer" (also der Zwerg und der Halbelf), auf die Jagd  zu gehen. Blöki, das inzwischen voll ausgebildete Kampfschaf, musste leider nach kurzer Zeit in die Obhut der Frauen gegeben werden, da es immer versuchte, das Wild mit Blöklauten anzulocken, um es anschließend totzukuscheln- was natürlich misslang. Ohne Blöki gelang es Dagol, einen kapitalen Hirsch zu schießen- der ihm dann allerdings zu schwer zu transportieren war, so dass er anstelle von Fleisch nur eine blutige Heldengeschichte zurück ans Feuer brachte. Prindol hatte derweil erfolgreich zwei dicke Forellen geangelt und zusammen konnte die Gruppe den Hirsch bergen und so gab es nach dem Fisch gebratenen Hirsch zum Abendessen, Frühstück, Mittagessen, Abendessen, Frühstück....und für die nächsten Wochen Dörr-Hirsch, hergestellt von Josefine- welch eine Freude, jeden Tag Hirsch!

Wie hüpfte und sprang mein Magen vor Freude, als ein kleiner Bauernjunge, den wir nach dem Weg fragten, uns berichtete, dass seine Familie beim Markt am Kloster sei. Markt! Gemüse! Brot! Noch mehr Gemüse! Äpfel!
Wir reisten weiter und erreichten das Kloster mit dem kleinen Wochenmarkt um die späte Mittagszeit. Es gab sogar ein Gästehaus, in dem wir uns einquartierten und im Kloster gab es auch noch kostenloses Abendessen. Dafür sollten sie ruhig meine Seele haben, verdammt!

Boah ey- Zwerge!!

Der Versuch der Fahrt nach Plowoni, wo wir dringlichst vom Herrn Prado von Felmi erwartet werden, scheitert an mancherlei Dingen: Ordensleuten zum Beispiel oder auch Zwergen.

Ein ganzer Teil der Abenteuer in meinem Reise-Tagebuch wurde von Blöki gefressen, daher müssen hier Stichworte reichen: 

Demcek ist besetzt von Kuttenträgern unter Waffen. Es gibt gute und schlechte Kuttenträger. Wir wissen aber noch nicht, welche welche sind.

Auf dem Fluss geht es nicht weiter, jegliche Schifffahrt ist eingestellt, denn es herrscht Krieg.

Wir fanden ein paar Fässer Bier und einen Zwergenfreund, der uns eine Passage durch den Zwergenberg der Bergzwerge versprach. 

Und da waren wir nun, bei den Damen und Herren Zwergenvolk (das mit den Damen nehme ich an, erkennen tut man keine). Der Bitte um eine Passage durch den Berg wollten sie nicht nachkommen, es sei denn, wir gehörten einem Zwergenclan an. Die Mitgliedschaft gibt es entweder für 2500 Rabattmarken von Zwergenbrot (TM) oder indem man für die Zwerge irgendwas Ekliges erledigt.
Wir entschieden uns für das Eklige. 

Unser Job: Die Ekelkönigin und ihr Volk erledigen, die sich in den Gängen einer verlassenen Zwergenmine niedergelassen haben. Die Ekligen sind so maulwurfartig, aber riesig und mit Tentakeln an der Schnauze und sie haben Schleim statt Türen. Ich denke, das sagt alles über ihre "Zivilisation" aus.

Nun denn, wir liefen die Gänge des alten Bergwerks ab, schlachteten ein paar Eklige hier und da, fanden Räume mit Schleimtüren (igitt) und dahinter war alles voller Larven von Ekligen. Die Larven erledigten wir natürlich sofort. Diese Viecher hatten auch eigene Gänge gebaut, und zwar spiralförmig. Damit war klar, dass in der Mitte wohl die Königin hausen musste.

Als wir dort ankamen, sahen wir erst einmal ein Riesenloch im Boden und bevor wir "Pups" sagen konnten, kamen aus Löchern in den Wänden riesige Tentakel raus. Wir bekämpften die Tentakel erfolgreich und warfen auf den Körper der Königin in dem Loch eine Sprengladung, die Bumbum-Jo zusammen gebastelt hatte. Bämm! Die Königin war Gelee Royale. 

Als wir den Raum unten erkundeten, fanden wir Reste eines alten Archivs und eine komische blaue Scheibe, die wir den Zwergen mitbrachten. Sie waren sehr erfreut über die Entsorgung der Ekligen und regelrecht begeistert von dem Archiv-Kram. So- nun sind wir Ehrenmitglieder der Bergzwerge vom Zwergenberg und dürfen die Passage nutzen. Heureka! 

Ich werde den Rest meines Lebens keinen Wackelpudding mehr essen, das schwöre ich.

Ghulasch

Nachdem Blöki von Gustans Tabak gefressen hatte und krank wurde, konnte Dagol von Demcek leider nicht mitfahren über den Tallion-See auf der Jagd nach dem Orc-Späher. Entgegen aller Wahrscheinlichkeit schafften wir es auch ohne unseren Floßbauer, mit einem Fischerboot auf der anderen Seite des Sees anzulanden. Dort ließen wir uns von einem Jäger Richtung Pass führen. Dieser (Tom sein Name) entdeckte auch die Wolfsfährte- ebenso erkannte er, dass der Wolf ungewöhnlich groß sein musste, offenbar verletzt und überdies vor nicht länger als einem halben Tag auf dem Passweg unterwegs gewesen war.
Auf der Passhöhe selbst stand ein verfallener Turm, dem wir uns vorsichtig von zwei Seiten näherten. Die gefährlichere Seite (durch den Wald und mit Klettern) enthielt für kurze Zeit einen schlafenden Wolf mit verbundener Hinterpfote. Doch Gustan und ich konnten mit Tücke, Hinterlist, Treffsicherheit und einem Quäntchen Glück das Problem dauerhaft lösen.
Nachdem der Reitwolf des Späherorcs im Wald herumlag, konnte der Orc nicht weit sein. Also durchsuchten wir den Turm und fanden ausgedehnte Kellergeschosse. Zobeida fand außerdem eine Sprengfalle, doch wir konnten diese mit einer Kuscheldecke entschärfen. Wir stießen auf zwei Orcs, die sich lautstark miteinander stritten und dabei immer wieder auf hässliche und offenbar untote Ghule schossen.
Es waren unser Späher und ein kleinerer und womöglich noch hässlicherer Orc. Gustan,und ich schlichen uns an und erledigten mit dem beherzten Wurf eines Betäubungsmessers den kleineren der Orcs. Der Große schrie mehrfach "Stopp!", was uns neugierig machte und daher ließen wir ihn mal kurz am Leben. Er bedeutete uns, dass hier alles voller Ghule sei und wir mit ihm zusammen verschwinden sollten.
Leider stolperte einer der dummen und bissigen Ghule in die Sprengfalle und löste sie aus. Mit einer gewaltigen Explosion brach die Gangdecke ein und versperrte uns den Rückweg. Unsere neue Begleiterin- Josefine Kravall- auch Bumbum Jo genannt -wollte die Verschüttung wegsprengen, was wir ihr nicht erlaubten.
Wir drangen also tiefer in die Katakomben ein auf der Suche nach einem Ausgang und nahmen dabei den Späher-Orc namens Aneech mit. Doch wir fanden nur Brunnen (mutmaßlich sehr tief) und Mauern und verfallene Möbel und untote Ghule. Schnell erkannten wir, dass man diesen den Kopf abhacken musste, damit sie tot blieben. Zobeida erprobte einen neuen biologisch abbaubaren Zauber: Kompostierung. Dieser ließ den Ghul praktisch verwesen und verwelken, was NICHT zu ihrer Ansehnlichkeit beitrug.
In einer Art Kapelle führte uns ein Spalt in der Wand in den nächsten Raum - und dort stand der Oberghul vor zwei Monolithen und beschwor offenbar so eine Art Portal. Er drehte sich um, sah uns und bis auf Zobeida und mich erstarrten alle vor Ehrfurcht.
Religiöses Gefasel bringt mich zur Weißglut- egal ob jetzt jemand zum großen Muftidämon betet oder zu den Göttern der Ordnung und Selbstherrlichkeit- jedenfalls stürmte ich los und rammte dem Oberghul mein Schwert überall hin, wo es wehtat. Zobeida kompostierte derweil ein paar von den kleineren Ghulen, die versuchten, mich anzuknabbern. Der Oberghul kapitulierte schnell vor meinem Wutanfall und taumelte davon, kroch auf allen vieren und ich zielte auf seinen Kopf und häckselte ihn- um im Gartenjargon zu bleiben. Kaum hatte ich seine Lebensgeister ausgeblasen, fielen die anderen Ghuls in sich zusammen. Die anderen waren inzwischen wieder bei Sinnen und so diskutierten wir, was mit dem seltsamen Portal anzustellen sei.
Wir warfen probehalber einen toten Ghul hindurch, worauf hin Tentakel erschienen, die im Raum nach weiteren Ghuls herum tasteten. Dies war also offenbar der falsche Weg. Hinter dem Portal stand eine große alte Truhe. Zobeida öffnete sie todesmutig und darin befand sich ein leuchtender roter Kristall. Ich wollte ihn heraus holen, doch durchfuhren mich bei der Berührung Todesangst und grauenhafte Visionen von Monstern und Dämonen, also ließen wir den Stein in der Truhe.
In einem Nebengang fanden wir erneut einen tiefen Brunnen (Gustan der Weise ermittelte als ungefähre Höhe 70 Meter). Das war also auch kein Ausweg. Die explosionsbegeisterte Bumbum Jo drängte uns, einen der Monolithen zu sprengen, um das Portal zu zerstören. Sie hatte im Gepäck von dem toten kleineren Orc Kohlestaub, Schwefel und Salpeter gefunden und baute nun eine kleine Bombe.
Ich weiß nicht, was die anderen taten....ich jedenfalls lag 45 Sekunden, nachdem diese Idee offenbar Konsens wurde, mit den Fingern in den Ohren so weit weg wie möglich hinter einem Fels. Minuten später krachte es und ich hörte Fluchen und Schmerzensschreie und lautes Lamentieren über vorgebliche Alchemisten, die sich besser selbst sprengen sollten.
Nachdem der Staub sich gelegt hatte, sahen wir, dass aus dem linken Monolith ein großes Stück heraus gesprengt war und der ganze Fels deutlich angeschlagen aussah. Zelaya und Gustan, unsere beiden stärksten Helden, warfen sich mit voller Wucht dagegen und siehe da! sie brachten den Monolithen zum Einsturz und schwupps ging das Portal aus.
So, Keller wieder sauber- Problem gelöst. Abgesehen davon, dass wir einen Ausgang finden mussten. Wir durchsuchten den Keller der Kapelle und fanden eine Tür. Ein Gang führte uns noch viel tiefer hinab, und wieder stießen wir auf den Brunnen, diesmal nur wenige Meter über dessen Grund, wo ein unterirdischer Fluss verlief. Schmale Absätze, auf denen man laufen konnte, verliefen an dem Fluss entlang. Und so ließen wir uns alle hinunter (an dem Seil, welches der Orc-Späher dabei hatte) und wanderten auf dem schmalen Sims flussabwärts. Nach einiger Zeit drang Tageslicht herein und so fanden wir endlich einen Ausgang. Der Orc, der inzwischen recht zutraulich geworden war (manche von uns wollten ihn sogar BEHALTEN), erzählte uns auf dringliche Nachfrage, was er von den Kriegsvorbereitungen der Orcs wusste. Er sei nun ein Ausgestoßener, berichtete er uns, da er mit Menschen zusammen gearbeitet habe und so brachten wir ihn nach Unterstadt in Tallion, wo die anderen ausgestoßenen Orcs wohnen. Mögen diese auf ihn aufpassen.
Wir überbrachten unser Wissen und die von uns gefundenen Pläne für orcisches Kriegsgerät dem Orc-Häuptling, der sich darüber mit dem Rat der Stadt besprechen würde.

Blöki geht es nach viel Bauchstreicheln und Kamillentee wieder besser, Dagol hat aufgehört zu weinen und der Herr Moncada hat Nachricht geschickt, dass seine ethnischen Forschungen so gut wie beendet seien und wir mit seiner baldigen Rückkunft rechnen könnten.
Und dann werden wir nach Plowoni segeln und sehen, was der gute alte Prado von Felmi diesmal von uns will.

Gustan allein in der großen Stadt

Nach all dem Umhergeziehe mit den Zigeunern trennten wir uns schließlich von ihnen. Die Zigeuner reisten weiter zu ihrem sogenannten Familientreffen und wir reisten nach Tallion. Dort mieteten wir uns in einem netten Wirtshaus ein und trafen eine Botschafterin, die uns Kunde von Prado von Felmi brachte. Der kleine Mistkerl scheint immer zu wissen, wo wir sind! Die Dame nennt sich "Josefine von Kravall" und sie tritt ziemlich selbstbewusst auf.
Wir sollen möglichst rasch nach Plowoni kommen, so lautete die Anweisung. Außerdem hatte die Botin einen "Wechsel" dabei, adressiert an den Herrn Moncada und/oder seine Freunde. Tja...schade, der Herr Moncada war nicht mitgekommen...er betrieb noch "ethnische Studien" bei den Zigeunern, was immer das heißen mag bei einem Ritter, der oft durch seltsame Interessen auffällt. Wir als seine Freunde beschlossen also, diesen "Wechsel" in irgend etwas Brauchbares umzutauschen und beauftragten damit Brindol und Zobeida, während wir anderen in der Stadt nach Vergnügungen oder neuen Erfahrungen suchten. Man weiß nicht, was der schlimmere Fehler war: Die beiden ohne jede Ahnung mit tintenfingrigen Pergamentverwaltern verhandeln oder Gustan ohne erwachsene Aufsicht allein herumlaufen zu lassen.
Nun, der Zwerg und die Elfe schafften es immerhin, aus einem "Wechsel" Geld zu machen und so konnten wir einen Kapitän dazu überreden, uns mit seinem Schiff über den Fluss nach Plowoni zu fahren....allerdings erst in ein paar Tagen, wenn er seine illegalen, schwarzen, gefährlichen, ablehnenswerten Geschäfte in Tallion gemacht hat. So weit, so wie immer.

Während wir uns also im Hafen herumtrieben, gab es ein Gerempel und Gerenne und jemand fragte, ob wir Freunde von dem Halbling seien und prompt fand ich einen Zettel in meiner Rocktasche (!), in welchem wir aufgefordert wurden, zu einer Orc-Schamanin zu kommen- sie habe etwas für uns. Und irgendwie hatte der kleine Gustan da seine Finger drin - als wir ihn jedoch darauf ansprachen, wusch er seine Hände in Unschuld und wollte auch keineswegs in irgendeine Orc-Siedlung, die er auch gar nicht kenne, da er sie nie gesehen habe und überhaupt, Orcs gäbe es gar nicht, da er niemals auch nur einen gesehen habe, denn schon seine Eltern hätten ihm den Umgang mit Orcs lebenslang verboten.
Man hatte fast den Eindruck, der Halbling hat einfach das falsche Kraut geraucht.

Wir erfuhren, dass es vor den Toren der Stadt eine Orc-Siedlung gab und diese mit der Stadt offenbar in Frieden lebten. Neugierig begaben wir uns dort hin und fanden auch die Schamanin in ihrem Zelt. Es war alles sehr seltsam...offenbar hatte Gustan dort irgend etwas erworben und mit einer Münze bezahlt, die er einem der erschlagenen Orcs in der Höhle abgenommen hatte. Und diese Münze, so erklärte es uns der Orc-Häuptling höchstpersönlich, sei ein Zeichen dafür, dass verfeindete Orc-Stämme sich in den Krieg begeben würden. Und ihr Ziel sei unter anderem Tallion. Auch, weil Tallion und die Siedlungs-Orcs kooperieren würden, was weder Tallion noch den Siedlungs-Orcs zum Guten angerechnet würde von praktisch allen anderen Orcs.
Man könne dieses furchtbare Schicksal nur abwenden, wenn man einen Botschafter, der uns beim Kampf gegen die bösen Orcs entwischt war, noch einfange, damit er seine Botschaft nicht überbringen könne.
Und sie seien im Übrigen die guten Orcs.
Pah, verkaufen Kindern Tabak- das ist verdammenswert!

Da der Orc-Bote nur etwa 2 Tage Vorsprung hat, jedoch die ganze Stadt weiträumig umgehen muss, machen wir uns auf den Weg quer über den See zum einzigen Gebirgspass, den der Boten-Orc passieren kann. Dort erwischen wir ihn, grillen ihn, fahren wieder zurück, treten den Kapitän in den Arsch, sammeln den inzwischen fertig studierten Moncada ein und fahren nach Plowoni.
So weit der Plan.
Seltsamerweise gehört diese Botin von Prado von Felmi nun auch der Gruppe an...man hat fast den Eindruck, von Felmi stellt Aufpasserinnen ab, damit Dagol keinen Unfug macht. Allerdings ist diese Josefine von Kravall eine bedenkliche Allianz eingegangen mit dem kleinen Gustan. Als ich an der Tür lauschte, hinter der die beiden mehrere Stunden zurück gezogen verbrachten, hörte ich Geräusche, die mich etwas irritierten: Es brodelte förmlich hinter der Tür, ich hörte tröpfelnde Flüssigkeiten und Gustans Beschwörung "komm schon komm schon- aaaah den Göttern sei Dank!" und sie sagte ihm, sie sei nun bereit und er könne seinen Dolch tief hinein tauchen. Oh Götter! Manchmal erlauscht man Dinge, die man niemals wissen wollte!

Live aus Slydonia

Leute, da ich heute nicht gut bei meiner ansonsten lieblichen Stimme bin, werde ich ausnahmsweise live und in Farbe berichten, was sich zugetragen haben wird. Sozusagen.
Momentan lungern meine Abenteuer-Gefährten in einem lumpigen kleinen Gebirgslager herum und schließen Bekanntschaft mit einer großen Zigeunerfamilie, die ungefähr zur Hälfte aus Erwachsenen besteht. Von diesen lernen sie so wichtige Fähigkeiten wie "Kräuterkunde": Also die Kenntnis darüber, was man rauchen kann, was man außer Pferdemist noch auf offene Wunden schmieren kann, mit welchem Kraut man sich im anschließenden qualvollen Todeskampf in bessere Stimmung bringen kann. Außerdem lernt Gustan gerade, welche Kräuter bei Mondlicht gepflückt Erektionsprobleme beheben und mit welchen man sich Gesellschaft für behobene selbige organisieren kann.
Brindol und Zobeida haben unsere Abwesenheit gut überstanden und Zobeida geht es deutlich besser, nachdem wir wieder da sind und Brindol aufgehört hat, sie mit gebratenen Eichhörnchen, gebratenem Wiesel und gebratenen Bisamratten zu füttern.
Nachdem alles eingepackt ist und jede Geschichte erzählt, beschließen wir, über das Gebirge in Richtung See von Talionn zu wandern. Brindol hat einen neuen Plan: Er will sich ein Adlerei suchen, um es auszubrüten- in der Hoffnung, der geschlüpfte junge Adler möge ihn als seinen Herr und Meister ansehen und sich zähmen lassen. Er träumt davon, einen Steinadler als Kampfgefährten zu besitzen. Bisher beschränken sich seine Erfolge im Abrichten von Tieren lediglich darauf, dass ein Wiesel ihm einen Käfer aus der Hand fraß, bevor er ihm den Hals umdrehte um es über dem Feuer für Zobeida zu braten.
Gustan lernt ein paar Taschenspielertricks und es gelingt ihm, Dagol bei einer innigen Umarmung um ein paar Münzen zu erleichtern. Um Dagols Tränen zu stillen, nehme ich ihn fest in den Arm und drücke ihn, worauf hin er mir unterstellt, dass ich ihn ebenfalls beklauen will. Schuft, elendiger! Kein Wunder, dass er nur von 12-Jährigen umarmt wird, die sich davon Kupfer oder Schokolade erhoffen!
Wir erfahren, dass die Zigeuner zu einem Treffen der Familien unterwegs sind. Solche Treffen finden
nur alle paar Jahre statt und es treffen sich Dutzende von Großfamilien, um Neuigkeiten auszutauschen, Gatten für heiratsfähige 12-Jährigen zu finden und alte Fehden zu beenden oder neue zu beginnen.
Dagol vertreibt sich die Reisezeit damit, Eichenholzpfeile zu schnitzen und versucht, sich von den Zigeunern ein Schaf zu kaufen, ein schwarzes. Er bekommt es und ist jetzt ganz glücklich mit
"Blöki". Was er nicht mitbekommt, ist, dass die Zigeuner in ihrer eigenen Sprache nicht aufhören
können, deftige Witze über das Liebesleben von Dagol mit seinem Schaf zu reißen. Gustan lernt fliegen, als Brindol ihn knurrend mit dem Ellbogen vom Kutschbock schubst. Der Halbling grinst trotzdem irgendwie selig, obwohl er im Dreck liegt und jetzt laufen muss.
Die Männer sind jagen und laute Flüche und Schreie auf zwergisch lassen befürchten, dass es eher Zwerg als Wild zum Abendessen geben wird. Aber nein, tatsächlich bringen die Jungs den bereits zerlegten Kadaver eines Wildschweins mit und einen jungen Hirsch, der im Hintern noch den tödlichen Pfeil Dagols stecken hat. Was erneute Witze bei den Zigeunern hervorruft.

Doch plötzlich passiert etwas: Moncada, der dem Tross voraus ritt, kommt zurück, sehr aufgeregt und erzählt, dass es im Nebel nach Rauch riecht. Nach einer halben Meile sehen wir es: die Kutschenstation am Wege brennt lichterloh! Wir finden keine Menschen oder Tiere, dafür aber die Spuren von großen Wölfen und jede Menge rotgefiederter Orc-Pfeile im Boden stecken.
Verdammte Orcs - sie haben offenbar die Station überfallen, Mensch und Vieh verschleppt und alles niedergebrannt. Wir beschließen, diese Hundesöhne aufzutreiben und ihnen den Garaus  zu machen. Nach verzweifelten Abschiedsszenen zwischen Dagol und Blöki trennen wir uns vom Reisetrupp, der weiter dem Pass folgen wird. Unsere kleine Gruppe folgt den Spuren der Orcs, bereit jeden zu retten, der sich in ihren dreckigen Fängen befindet.

Wir schleichen durch den Wald, durch eine Schlucht und durch einen Talkessel und stoßen auf eine Orchöhle. Erkennbar an den zwei Orcwachen vor einem Felsspalt, ein paar Ziegen und Kühen in einem Pferch und einem Feuer davor. Kurze Zeit später an den toten Orcs vorm Eingang.
Mit dem Mut des Wahnsinnigen stürzen sich unsere heldenhaften "Männer" in die Höhle, wo kurz darauf zwei weitere Orcs ihr jämmerliches Dasein beenden. Mit improvisierten Fackeln tauchen wir tiefer in die Höhle ein, entscheiden uns an jeder Abzweigung neu, wer wohin geht. Als wir uns teilen, geraten prompt die anderen Drei in Schwierigkeiten, die von mir kurzerhand gelöst werden, indem ich umkehre, einem hässlichen Orc mein Schwert in den Hals ramme und beinahe sein Leben auslösche. Da ich jedoch auf demselben Schmier ausrutsche, wie der Herr Ritter schon kurz zuvor, müssen Brindol und Zobeida mit Axt und magischen Geschossen die Erde von den widerwärtigen Orcs befreien. Am Ende des Ganges finden wir dann auch fünf verschleppte Menschen aus der Kutschenstation. Wir befreien die Glücklichen und schicken sie nach Hause.

Eigentlich hätte jetzt alles gut sein können, aber eine der Befreiten (eine junge Frau) weint ein wenig herum, dass ihr Wirt noch in den Händen der Orcs sei und somit ist beschlossen (von den erotisch Unterversorgten unter uns), dass der Rest der Orcs (jämmerliche ungefähr 16 Stück) ebenfalls entsorgt werden müssen.
In einer Höhle treffen wir auf eine Barrikade, hinter der sich die Orcs und ein Oger verschanzt haben und schon beginnt ein Gemetzel, das seinesgleichen sucht. Reihenweise rutschen wir aus, landen auf dem Rücken, magischer Nebel erschwert uns die Sicht, irgendwie treffen wir trotzdem (manchmal). Die magischen Geschosse der Zobeida lassen die Gegner zucken, als würden sie Schockaale fangen, in einem der Orcs steckt ein Schwert von Moncada und mir gelingt es schließlich, den Urheber des verdammten Nebels zu finden und ihm seinen Stab zu entreißen. (Wir hatten früher mit der Gauklertruppe eine lustige Nummer, die sich um einen König und seinen Reichsstab drehte und mit vielen schmutzigen Witzen garniert war und ich musste mit dem Stab damals so einiges machen, was meine Abenteurer-Kollegen zutiefst erröten ließe, wenn sie es sähen. Man weiß nie, wann der geübte Umgang mit dem Stab eines Mannes einmal von Nutzen ist, sag ich immer.)